Botulinumtoxininjektion

Botulinumtoxin A ist ein natürlich vorkommendes Bakterieneiweiß. Wird es in den Muskel gespritzt, blockiert es dort gezielt die Nervenimpulse, so dass der entsprechende Muskel nicht mehr wie gewohnt angesprochen werden kann. Andere Nervenfunktionen - wie das Tasten oder Fühlen - werden nicht beeinflusst.

Botulinumtoxin A wird seit Jahren als zugelassenes Medikament beim Menschen zur Behandlung von Muskelverspannungen im Bereich von Augen und Stirn (Lidkrampf) eingesetzt. Die Behandlung von Falten der Gesichtsmuskulatur erfolgt in Deutschland seit einigen Jahren außerhalb der medizinischen Indikation und dient ausschließlich der kosmetischen Korrektur dieser Falten.

Durch die gezielte Hemmung bestimmter Gesichtsmuskeln, hauptsächlich im oberen Gesichtsdrittel, kann ein Verstreichen der Falten und ein entspannter Gesichtsausdruck erzielt werden. Die Wirkung tritt innerhalb von 1-14 Tagen ein und hält in der Regel etwa 3 bis 6 Monate an, so dass für einen anhaltenden Effekt in der Regel Wiederholungsbehandlungen erforderlich sind. Ggf. sind Ergänzungsbehandlungen mit anderen Methoden sinnvoll (z.B. Laser, Faltenfüllung etc).

Wie bei jeder anderen Einspritzung in die Haut (wir verwenden eine sehr feine Nadel!) kann es in seltenen Fällen zu einer Hautreizung oder -infektion, zu einer leichten Schwellung oder zu einem kleinen Bluterguss kommen. Deshalb sollte eine Woche vor der Behandlung weder Acetylsalicylsäure (z.B. Aspirin®) noch irgendein anderes blutverdünnendes Medikament eingenommen werden. Bei ungleichmäßiger Wirkung kann vorübergehend ein unebenmäßiger (asymmetrischer) Gesichtsausdruck entstehen, so dass eine Korrektur, das heißt ein Nachspritzen des Medikaments, innerhalb der folgenden Wochen erforderlich sein kann. Bei ausgeprägter Wirkung im Augenbrauenbereich kann es zu einer vorübergehenden Absenkung des Oberlides kommen. In seltenen Fällen wurde nach Injektion von Botulinumtoxin A über Kopfschmerzen, Müdigkeit, Mundtrockenheit und allgemeines Krankheitsgefühl berichtet. Sämtliche Nebenwirkungen sind nach heutigem Stand vorübergehender Natur. Langfristige Nebenwirkungen bei Behandlung von Falten der Gesichtsmuskulatur sind bislang nicht bekannt.

Botulinumtoxintherapie mit Qualitätsstandards

Die Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Botulinumtoxin-Therapie (DGBT) sichert und fördert die Qualitätsstandards in der ästhetischen Therapie mit Botulinumtoxin Typ A.

Seit den 1980er Jahren ist Botulinumtoxin A als ein potentes Arzneimittel bekannt. Mit dieser Substanz (ein natürliches Eiweiß) werden unter anderem das extreme Schwitzen und die starken mimischen Falten behandelt. In den letzten Jahren hat man die Applikationstechnik weiterentwickelt und verfeinert. Zum Beispiel kann ein aufgrund übermäßiger Stirnmuskulatur ungewollt zornig aussehender Gesichtsausdruck mit korrekter Injektionstechnik sanft entspannt werden, ohne dass das Gesicht „zur Maske“ wird. Wichtig ist dabei eine einwandfreie Aufklärung der Betroffenen hinsichtlich des Wirkstoffs, der Wirkweise, der möglichen Nebenwirkungen und wann die Behandlung nicht durchgeführt werden kann.

Ausführliche Informationen erhalten Sie auch unter: www.dgbt.de (Deutsche Gesellschaft für Ästhetische Botulinumtoxin-Therapie)